Editorial

Traumjob ja oder nein?

Was haben Sie heute geträumt? War es die Traumreise, das Traumhaus oder gar der Traumberuf? Lassen Sie mich raten. Traumberuf wohl eher nicht, denn vielleicht haben Sie ihn ja gefunden und gehen der Tätigkeit nach, die Sie erfüllt. Um dennoch beim Thema Beruf zu bleiben: Mich beschäftigt der neue Traumjob zahlreicher junger Frauen und Männer: Influencerin oder eben Influencer.

Mit einer gewissen Faszination (und Skepsis) für die Social Media-Welt (ver)folge ich (Followerin) Informationen zu dieser Tätigkeit mit scheinbar hohem Kultstatus. Nebst dem Fun, Marken oder Produkte in sozialen Netzwerken zu präsentieren, scheint diese Aktivität zudem äusserst lukrativ zu sein. Damit wir uns richtig verstehen: Ich möchte herausfinden, was denn so cool ist, Influencerin zu sein. Ehrlicherweise muss ich mir dazu zunächst selbst die Frage stellen, ob nicht auch ich eine Influencerin bin mit dem, was ich tue, im Beruf, den ich ausübe? Beeinflusse ich etwa? Die Antwortet lautet: Ja, ich bin Meinungsmacherin, wenn ich texte, redigiere und Gazzetta-Beiträge platziere.

Ich stehe ja auch, wie wir alle, für ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Marke. Wenn Sie so wollen: Als Arbeitnehmerin stehe ich unter dem Einfluss des Universitätsspitals. Wenn ich mit meinem Handeln dazu beitrage, dass man von unserem Haus eine gute Meinung hat, lasse ich mir die Bezeichnung Influencerin gefallen. Also doch: Traumjob! Ich freue mich über Follower in die Herbst-Gazzetta.

Ihre Gina Hillbert


Schön, dich kennenzulernen

Psychologin trifft Controller

Corinne Urech
Leitende Psychologin der Gynäkologischen Sozialmedizin und Psychosomatik

Ans Universitätsspital Basel kam ich 2006 durch einen Zufall. Als damalige Psychologiestudentin und Hilfsassistentin an der Universität Basel schlug mir meine Professorin vor, mich am USB zu bewerben. Gesagt, getan; so begann ich mit meiner Dissertation am USB. Gleichzeitig fing ich die Ausbildung als Psychotherapeutin an. 2013 wurde die Leitungsstelle frei, die ich dann antrat. Seither bin ich in dieser Funktion tätig.

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Sven Mangel
Controller, Finanz- und Rechnungswesen

Ich habe ursprünglich die Ausbildung zum diplomierten Pflegefachmann gemacht und war 13 Jahre im Beruf tätig. Da ich auch früh Führungsaufgaben ausübte, lages nahe, mich weiterzuentwickeln. So entschied ich mich für ein berufsbegleitendes Pflegemanagement-Studium in Freiburg. 2005 absolvierte ich aufgrund des Studiums ein Praktikum in der Organisationsentwicklung am Universitätsspital Basel. Daraus entwickelte sich eine Festanstellung und so blieb ich, wechselte zwischenzeitlich zur Informatik und danach ins Ressort Finanzen.

Wir sind ein Team bestehend aus fünf Psychologinnen, vier Ärztinnen und drei Sozialarbeiterinnen. Unsere Abteilung ist zuständig für alle Anliegen der Frau sowie alle Themen rund um die Schwangerschaft. Mein Hauptgebiet ist die Psychoonkologie, wobei ich Frauen mit einer Krebserkrankung betreue. Täglich lerne ich neue Patientinnen kennen und auch deren Geschichte. Der intensive Kontakt schafft Nähe und baut natürlich eine Beziehung auf. Faszinierend daran ist, welche Stärken die Patientinnen entwickeln, um in so schwierigen Situationen Motivation und Kraft zu schöpfen. Genau das gefällt mir so gut an meiner Arbeit.

Mit meinem Partner und unseren zwei Kindern (5½ und 3 Jahre) leben wir in Boniswil am Hallwilersee. Den Weg nehme ich gerne auf mich und er ist mit einem 70 %-Pensum gut machbar. Das spricht für meine Stelle. Das Pendeln lege ich mir positiv zurecht. Die Zeit nutze ich, um kleine Erledigungen zu machen und vom Arbeitsalltag abzuschalten.Wenn ich mal Zeit für mich habe, treibe ich gerne Wassersport und geniesse die Natur. Windsurfen, Segeln, Stand Up Paddling und Schwimmen mache ich alles gerne.

Hier bin ich nun seit fünf Jahren unter anderem für das Investitionsmanagement zuständig. Das ist ein sehr spannendes Feld, bei dem man das ganze Projektportfolio des USB mitbekommt: vom Umbau von Abteilungen, dem Neubau Hybrid OP bis hin zur einzelnen Software. Meine berufliche Erfahrung hilft mir dabei, die ganzen Prozesse eines Spitals über die Finanzen hinaus zu verstehen, und genau das macht mir Spass. Mit meiner Familie lebe ich am Kaiserstuhl und bin damit bei uns in der Abteilung der Kollege mit dem längsten Pendelweg von zirka drei Stunden. Mit meinem Teilzeitpensum ist das allerdings gut machbar.

Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sowie bei der Werksfeuerwehr hier am USB und spiele Posaune im Musikverein. Diese Hobbys habe ich schon seit meiner Jugend. Ansonsten fliege ich Gleitschirm, am liebsten in den Alpen oder den Vogesen. Sich direkt in der Natur und in den Naturgewalten in einem dreidimensionalen Raum zu bewegen, wenn möglich stundenlang zu fliegen und ein Teil dessen zu werden, ist einfach toll.


Sven fragt, Corinne antwortet…


Was gefällt dir an Basel?
Gut gefallen mir die multikulturelle Szene und die Nähe zu anderen Ländern. Abends ausgehen kann man ganz gut in Basel und das geniesse ich, wenn ich mal hier bin.
Was gefällt dir an deinem Job?
Neben der Arbeit mit Patientinnen gefällt mir auch das interdisziplinäre Zusammenarbeiten, auf das ich sehr angewiesen bin. Das funktioniert hier am USB sehr gut. Auch die Forschung ist eine gute Abwechslung im Arbeitsalltag, die ich sehr schätze.
Wie gehst du mit Patientenschicksalen um?
Ich habe selbst zwei Kinder und dann sind es besonders die Patientinnen mit ähnlichen Umständen, die einem nahegehen. Man fragt sich selbst, wie es wäre, wenn es die eigene Familie betreffen würde. Dafür erlernen Psychotherapeutinnen verschiedene «Selbstfürsorgemassnahmen ». Es geht darum, die Balance zwischen unterstützen und sich selber schützen zu finden. Ein ausgeglichenes Privatleben kann ebenfalls helfen. Zum Glück gibt es auch positive Geschichten, das ist die Mehrheit, die einen aufstellt. Das gibt mir ein gutes Gefühl und macht Freude an der Arbeit.
Hattest du als Kind einen besonderen Berufswunsch?
Nein, hatte ich nicht. Als Kind wusste ich schon gar nicht, was eine Psychologin genau ist. Bei mir hat sich das im Studium ergeben. Davor hatte ich mal überlegt, Meeresbiologin zu werden. Dafür hat sich mein Sohn schon geäussert, er möchte mal Bauarbeiter werden, weil er diese an der Baustelle vor unserer Haustüre beobachtet hat.
Was kannst du nicht so gut?
Mir fehlt manchmal etwas die Geduld, zum Beispiel dann, wenn ich an einer Ampel warten muss.
Was hast du immer im Gepäck?
Meinen Bikini. Seit meiner Kindheit habe ich eine Angewohnheit. Auf Reisen packe ich mir meinen Bikini ins Handgepäck aus Angst, dass mein Gepäck nicht ankommt und ich dann nicht sofort ins Wasser kann. In diesem Sommer kam es zum ersten Mal zu dieser Notsituation. Ich sollte mit Freunden nach Griechenland reisen und am Flughafen erzählte ich ihnen von meiner Angewohnheit. Daraufhin haben alle ihre Badesachen ins Handgepäck genommen. Und was passiert? Unser Gepäck kam drei Tage verspätet an, aber wir konnten trotzdem sofort ins Meer.
Wohin möchtest du einmal reisen?
Ich habe kein bestimmtes Reiseziel, da ich schon viel gereist bin. Vor dem Studium habe ich eineinhalb Jahre bei der damaligen Swissair als Flugbegleiterin gearbeitet. Mein erster Flug ging nach New York, gefolgt von vielen weiteren Flügen und längeren Aufenthalten auf allen Kontinenten.
Wie machst du am liebsten Urlaub?
Früher ganz spontan mit dem eigenen Bus. Einfach losfahren. Heute, mit den Kindern, ist die Hauptsache, ans Meer oder in den Schnee zu fahren. Manchmal machen wir aber auch Ferien zu Hause.
Mit was kann man dich glücklich machen?
Ich habe ein sonniges und zufriedenes Gemüt, da braucht es nicht viel. Mit Kleinigkeiten wie einem Cappuccino macht man mich glücklich.

Corinne fragt, Sven antwortet…


Was wolltest du dem USB schon immer sagen?
Für mich hat sich am USB immer eine neue Tür geöffnet. Diese Möglichkeiten der Weiterentwicklung sind klasse. Ich hatte und habe hier auch immer sehr gute Führungsverantwortliche, die mich gefördert haben. Das weiss ich zu schätzen. Ausserdem sind die Rahmenbedingungen gut, die ich zum Beispiel durch Homeoffice nutze.
Fehlt dir der Pflegeberuf?
Manchmal schon. Das Herz schlägt noch sehr für die Pflege und das möchte ich auch nicht missen. Nach manchen Arbeitstagen fragt man sich, was man an diesem Tag eigentlich erreicht hat. Diese Frage war in der Pflege oftmals einfacher zu beantworten.
Hattest du als Kind einen Berufswunsch?
Als Kind wollte ich natürlich Feuerwehrmann werden. Dieses Ziel verfolgte ich auch noch bei der Berufswahl. In Deutschland ist der Rettungsdienst in die Feuerwehr integriert. Über die Krankenpflege wollte ich in den Rettungsdienst und dann zur Feuerwehr. Aber es kam dann anders.
Was hast du immer im Gepäck?
Zu Hause habe ich natürlich immer den Feuerwehrpiepser dabei, aber ansonsten geniesse ich es eher, mal mit leeren Hosentaschen loszugehen.
Das kann ich nicht so gut.
Fremdsprachen waren mir schon immer ein Rätsel.
Was bedeutet «Genuss» für dich?
Für mich sind es die Kleinigkeiten im Leben wie zum Beispiel ein Sonnenuntergang an einem schönen Ort oder das gemeinsame Lachen mit Freunden, die den Genuss am Leben ausmachen. Ansonsten gehe ich gerne fein essen oder geniesse die Freiheit auf meiner Vespa.
Hast du einen Lieblingsort in Basel?
Den Rhein. In der Mittagspause gehen wir im Sommer gerne im Rhein schwimmen.
Was schätzen deine Freunde an dir?
Meine ruhige Art. Mich bringt man so schnell nicht aus dem Häuschen.
Mit was kann man dich glücklich machen?
Meine Kinder machen mich sehr glücklich. Ich freue mich, jeden Abend nach Hause zu kommen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Das reicht mir schon. Ich bin an und für sich ein sehr zufriedener Mensch.
Wohin möchtest du einmal reisen?
Mein grosser Traum ist es, mit einem selbst umgebauten Expeditionsunimog einfach loszuziehen, ohne dabei ein bestimmtes Ziel zu haben. Vielleicht später mal, nach der Pensionierung?
Treibst du Sport?
Nicht sehr ambitioniert, aber ab und zu gehe ich joggen. Manchmal auch in der Mittagspause, das hilft gut, den Kopf frei zu machen.

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