Editorial

Es ist nie zu spät

… sich auf den Weg zu machen. Ich denke dabei an Matthias Wimmer und das Urologie-Team, die sich auf eine Reise begaben, an Johanna Biedermann, die im späten Karriereabschnitt intern den Job gewechselt hat, an Silvia Haag, die durch ihre Erkrankung neue Seiten in sich entdeckt, an Sabine Kohler, die auf Medizin 7.2 nichts am Wegrand liegen lässt und an Heinz Schuhmacher, der auf einem Spaziergang im Sommer an Weihnachten erinnert wird. Diesen und weiteren Mitmenschen werden Sie in dieser Gazzetta-Ausgabe begegnen. Alle geben uns Botschaften mit auf den Weg. Botschaften, die vielleicht genau ins Zentrum treffen.

«Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.» Dieser Sinnspruch des persischen Dichters Rumi aus dem 13. Jahrhundert ist mir kürzlich zugefallen. Sie kennen das? Manchmal fliegen einem Botschaften zu. Doch was wollen sie sagen? Es ist nie zu spät, in sich zu gehen.

Ich wünsche Ihnen viele frohe Botschaften und die Zeit, diese mitzunehmen auf Ihren Weg.


Ihre Gina Hillbert


Alle Wege

führen nach Rom


Der Bericht über ein anhaltend wirkendes Gemeinschaftserlebnis einer Gruppe von Mitarbeitenden der Urologie, welcher zeigt, dass der gemeinsame Weg das Ziel ist.

Im Jahr 20 v. Chr. liess Kaiser Augustus auf dem Forum Romanum in Rom eine vergoldete Bronzesäule errichten, auf der die Namen aller Hauptstädte der Provinzen Roms mit Angaben der jeweiligen Entfernung zu lesen waren. So führten «alle Wege nach Rom». Bis heute hat diese Stadt ihre Anziehungskraft nicht verloren. So hat sie auch auf unsere Gruppe von rund zwanzig Mitarbeitenden der Urologie gewirkt. Unter der Reiseleitung von Chefarzt PD Dr. Hans Helge Seifert führte unser Weg im November 2018 nach Rom.

Auf uns wartete – neben kulturellen und kulinarischen Freuden – als Höhepunkt der Reise die Generalaudienz des Papstes auf dem Petersplatz. In unserer Gruppe befanden sich Christen, Muslime und Agnostiker, und so vereinte diese Audienz eine Gruppe ganz unterschiedlicher Geisteshaltungen friedlich vor einer nicht nur religiösen, sondern vor allem vor einer moralischen Autorität auf dieser so von Konflikten zerrissenen Erde.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, wie geschrieben steht, aber ohne geht es auch nicht.

So begann der Rom-Aufenthalt mit einem gemeinsamen Abendessen, das einen ersten eindrucksvollen Beweis der Qualität von mediterranen Speisen und Tranksame lieferte und die Gemeinschaft der Gruppe in fröhlicher Weise stärkte. Am nächsten Morgen ging es dann früh zum Petersplatz, um die reservierten und sehr guten Plätze in unmittelbarer Nähe zum Papst einzunehmen. Im Anschluss an die festgelegte Form der Audienz – der Papst begrüsst die einzelnen Gruppen, es folgt eine Ansprache – begab sich der Papst zu wenigen ausgesuchten Gruppierungen, und so kam es auch zu einer kurzen Nähe zu uns. Als ihm gesagt wurde, dass es die Ärztinnen und Ärzte der Urologie des Universitätsspitals Basel seien, segnete er unsere Hände, um ein gutes Wirken im ärztlichen Dienste am Menschen zu stärken und wechselte einige Worte mit uns. Festgehalten wurde diese Menschen unterschiedlichen Glaubens vereinende Geste in Video und Foto als bleibende Erinnerung für uns alle.

Kunstgeschichtliches, Schweizergarde und Trattoria
Nach einer willkommenen Erfrischung empfing uns dann Dr. Hans-Peter Fischer, Rektor des Campo Santo Teutonico. Er führte die Gruppe und erklärte die Bedeutung dieses exterritorialen, am Vatikan gelegenen Komplexes, der nach einem Friedhof benannt ist. Eine kompetente kunstgeschichtliche Führung durch den Petersdom, mit Gang auf die Kuppel, schloss sich an. Danach führte uns Korporal Stefan Zahner von der Schweizergarde durch Kaserne und Waffenkammer. Im Anschluss genossen wir ein grandioses Abendessen in Trastevere, jenem jenseits des Tiber gelegenen Teils von Rom, der seine Ursprünglichkeit stellenweise noch immer bewahren konnte, nicht zuletzt in hervorragenden Lokalitäten, geführt von kennenswerten Wirten. So klang der Aufenthalt in Rom aus in einem dieser Lokale, und auch dieser Abend wird in Erinnerung bleiben.

Fragen zum Schluss
Warum haben wir uns als Team auf den Weg in die ewige Stadt gemacht? Darauf gäbe es verschiedene Antworten. Doch eins kann ich mit Bestimmtheit sagen: Die gemeinsame Reise nach Rom war uns ein Bedürfnis. Was bleibt? Das gelungene Zusammenspiel im Wechsel von geistig-kulturellen Erlebnissen, von weltlichen Begegnungen und kulinarischen Genüssen. Sie haben diese kurze Reise zu einem grossen Gemeinschaftserlebnis werden lassen. Und diese Reise hat auch ein gelungenes Zusammenspiel der Teilnehmenden untereinander bewirkt, eine schöne Gemeinsamkeit über manche Schranken hinweg. Wir sind uns neu begegnet, auf einer anderen Ebene, und dies zeigt sich seither auf unseren Wegen, die wir im Unispital täglich miteinander gehen.


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