Editorial

Ich bin dann mal weg.

Nein, ich begehe keinen Pilgerweg, so wie es der Schöpfer dieses genialen Buchtitels getan hat, sondern verlasse diese Gazzetta-Ausgabe mittendrin für ein Verweilen in einer ganz anderen Welt. Loslassen ist nicht immer einfach. Das Pflichtbewusstsein weiss genau, wann es sich wieder melden muss. In dieser Stimmung begab sich auch das Team Tabora zum Einsatz in ein abgelegenes Gebiet Tansanias, um innert 14 Tagen 350 Kindern auf die Welt zu helfen. Welch‘ geburtshilfliches Kontrastprogramm! Aber lesen Sie selbst. Unsere berührende Titelgeschichte kann und darf einen nicht kalt lassen.

Für das neue Jahr möge Sie folgender Gedanke begleiten: Wenn wir gehen, um anzukommen, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

Ihnen allen (Be)rührendes und (Er)wärmendes wünschend

Ihre Gina Hillbert

Napoleons Baumscheibe

Warum hängt im Entrée der Pathologie des Unispitals eine stattliche Baumscheibe an der Wand? Und hat Napoleon tatsächlich etwas damit zu tun?

Die erste Frage kann man einfach beantworten: Es muss sich um eine besondere Baumscheibe handeln. Bei Frage zwei bleibt tatsächlich ein Fragezeichen stehen.

Es heisst, überall wohin Napoleon kam, dort liess er Bäume pflanzen. Ging er nach Europa, liess er in grossem Stil Alleen anlegen. Nicht nur die Schönheit der Bäume, sondern auch der Nutzen gefiel. In erster Linie gewährleisteten solche Alleen den Soldaten reichlich Sonnenschutz und dienten ausserdem der Orientierung des französischen Generals.

Im 18. Jahrhundert reiste Napoleon Bonaparte einige Male nach Basel. Es heisst, er soll anlässlich seines Besuches zum Gedenken an den Basler Frieden zwischen Preussen und Frankreich (der im Holsteinerhof geschlossen wurde) die «Napoleonsplatane» vor die Pathologie gepflanzt haben. 1973 wurde dann die Platane gefällt und es heisst weiter, dass Professor Zollinger (ehem. Vorsteher des Instituts für Pathologie) dies sah und dem Baumfäller 5 Franken für die Baumscheibe bot, die er anschliessend im Institut aufhängen liess. Nach einem Jahr ungefähr soll es einen lauten Knall gegeben haben, als die Baumscheibe infolge der Trocknung riss.

Fast rätselhafter als die Todesursache Napoleons – ob er nun an einem Magenkarzinom oder an einer Vergiftung gestorben ist – ist die Geschichte rund um die napoleonische Baumscheibe. Was ist Dichtung, was ist Wahrheit? Doch wer weiss, vielleicht finden sich ausser Sagenliebhaber gewiefte Historiker (Zeitzeugen schliessen wir eher aus), welche Aufschluss geben können, was es mit der sagenhaften Baumscheibe und ihrer Herkunft auf sich hat. Wir sind erwartungsvoll: gazzetta@usb.ch.


Text auf dem Schild der Baumscheibe im Eingangsbereich der Pathologie:

Die Napoleons-Platane stand neben dem alten Institut für Pathologie. Nachdem der «Friede zu Basel» zwischen Preussen und Frankreich 1795 im «Holsteinerhof» geschlossen und besiegelt worden war, pflanzte Napoleon zwei Jahre später zum Gedenken an den Friedensschluss diesen Baum.


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