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Text: Jennifer Degen, Fotografie: Pati Grabowicz

«Die Aufmerksamkeit einer Ärztin hat mir das Leben gerettet»

Monatelang plagten Hans-Georg Rhein Hautausschläge, die sich zunächst nicht eindeutig zuordnen liessen. Ein Besuch der dermatologischen Poliklinik brachte die Diagnose: fortgeschrittener Hautkrebs.

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Hans-Georg Rhein, Sie litten 2018 an vermeintlich harmlosen Rötungen und extremer Trockenheit der Haut. Tatsächlich hatten Sie Hautkrebs mit Metastasen in Lunge, Milz, Knochen und Lymphknoten. Wie hat man gemerkt, was in Ihrem Körper los war?

Nachdem lange nicht recht klar war, wo meine Hautprobleme herrührten, bin ich schliesslich in die dermatologische Poliklinik des Unispitals Basel gegangen. Dort erzählte ich der Ärztin, dass ich unter anderem eine leichte Schwellung am Hals festgestellt hatte. Sie wurde sofort hellhörig und veranlasste eine Computertomographie (CT). Darauf war zu sehen, wo der Krebs schon überall gestreut hatte.

Wie reagierten Sie auf die Diagnose?

Es war ein Schock. Insbesondere, weil ich wusste, dass fortgeschrittener Hautkrebs schwer zu therapieren ist. Ich kenne auch die teils heftigen Nebenwirkungen der Krebstherapien, da ich selbst in der Arzneimittelsicherheit arbeite. Bei meinem ersten Besuch in der Onkologie konnte mich die Ärztin jedoch beruhigen. Sie war sehr empathisch und machte mir klar, dass der Krebs nicht das Ende bedeutete.

Wie ist Ihre Therapie verlaufen?

Innert einer Woche haben wir mit einer Immuntherapie begonnen. Diese führte schon nach kurzer Zeit zu starken Nebenwirkungen. Ich musste wegen einer Darmentzündung mit starken Durchfällen hospitalisiert werden. Und es kam zu einem Diabetes und zu Entzündungen in den Gelenken, sodass die Immuntherapie abgesetzt werden musste. Überraschenderweise waren dann im Januar 2019 im CT keine Metastasen mehr feststellbar.

Sie waren also geheilt?

Leider nicht. Im Mai wurde wieder eine Metastase in der Lunge gefunden, die operativ entfernt werden musste. Wir wechselten auf eine andere Therapieform. Es folgten neue Nebenwirkungen, Therapieunterbrechungen und zwei weitere Lungen-OPs wegen Metastasen. Ich war Dauergast im Spital. Ich litt unter anderem an einer lebensbedrohlichen Addison-Krise, weil mein Körper kein Cortison mehr produzierte. Zuletzt hatte ich eine Gesichtslähmung und Nervenschädigungen in den Füssen. Seit Januar 2025 ist zum Glück Ruhe. Nun muss ich weiterhin alle drei Monate zur Kontrolle.

Wie haben Sie diese Odyssee überstanden?

Ich fühlte mich im Spital in sehr guten Händen. Die Ärztinnen und Ärzte sowie die Pflegekräfte waren sehr empathisch und immer zur Stelle, wenn ich sie gebraucht habe. Das half mir und meiner Familie, zuversichtlich zu bleiben. Früher haben mich Spitäler geängstigt, heute betrete ich das Unispital Basel im Wissen, dass mir hier geholfen wird. Letztlich hat mir die Aufmerksamkeit einer Ärztin das Leben gerettet.