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Text: Denise Dollinger, Fotografie: Barbara Sorg

Die Stations-Influencer

Von viralen Tanztrends bis zum «Mythos vs. Realität» aus dem Pflegealltag: Mit viel Humor verwandeln Lernende und Studierende alltägliche Situationen in kurze TikTok-Videos. Sie zeigen, wie vielfältig der Ausbildungsalltag im USB ist.

«Nein!»

Lionel Dörr hebt mahnend den Zeigefinger und stellt sich vor die Spitalzimmertür. Die Geste des angehenden Fachmanns Gesundheit FaGe ist freundlich, aber bestimmt. Dann wird er deutlicher: Der Finger wippt energischer durch die Luft, schliesslich kommt ein entschiedenes Kopfschütteln dazu. Sein Gegenüber spielt einen Patienten, der an ihm vorbei will, um zu Hause seine Tiere zu füttern, bleibt aber erfolglos.

Wenige Meter weiter trocknet Clara Müller, ebenfalls angehende FaGe, ihre Tränen und klagt: «Ich vermisse ihn so fest.» Ihr Arbeitsmonitor ist über und über mit Fotos ihres Work Besties Lionel beklebt – zumindest für die Szene ist er gerade in den Ferien. 

Kurz darauf erfüllt Gelächter das Zimmer. Das Smartphone macht die Runde, die Aufnahmen werden kontrolliert. Die Szenen sind Teil eines TikTok-Drehs von Lernenden und Studierenden verschiedener Berufsgruppen des USB.

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Von der Rundmail zum TikTok-Dreh

Begonnen hat alles mit einer Rundmail, in der Freiwillige für die Produktion von Social-Media-Clips gesucht wurden. Mit dem Ziel, junge Menschen dort zu erreichen, wo sie unterwegs sind, und das USB als attraktiven Ausbildungsbetrieb sichtbar zu machen. Denn auch wenn TikTok nicht allen Generationen gleich vertraut ist: Soziale Medien sind wichtige Kanäle, um potenzielle Lernende und Studierende anzusprechen. 

Für Clara Müller war schnell klar, dass sie mitmachen würde. «Das ist eine gute Abwechslung zum normalen Arbeitsalltag.», sagt sie. Auch Lionel Dörr meldete sich sofort. «Man darf ruhig auf lustige Art zeigen, was wir im Alltag machen, und so das Interesse für diesen Beruf wecken.», sagt er. Beide haben ihre FaGe-Ausbildung vor einem Jahr begonnen.

Grosse Unterstützung auf den Stationen

Vor den Dreharbeiten sammelt die fünfköpfige Gruppe Ideen und übersetzt aktuelle TikTok-Trends in den Spitalalltag. Die Clips sollen unterhalten und gleichzeitig zeigen, wie vielseitig die Ausbildung ist. Besonders freut die beiden die positive Resonanz auf ihren Stationen. Lionel Dörr musste sich zwar einige Sprüche anhören – sein neuer Spitzname: «Influencer». Die Unterstützung sei jedoch von Anfang an gross gewesen, sogar die Stationsleitung habe spontan bei einem Clip mitgemacht. Auch Clara Müller ist für manche Kolleginnen und Kollegen inzwischen der «TikTok-Star der Station». Auch viele ihrer Freunde fänden die Clips lustig und spannend, sagt sie. Gerade weil  sich manche selbst nicht vor die Kamera trauen würden, kämen die Videos gut an.

Künftig sollen jeden Monat rund zehn neue Clips von Lernenden verschiedener Berufsgruppen entstehen. Clara Müller und Lionel Dörr verfolgen die Veröffentlichungen fast so gespannt wie die Dreharbeiten selbst.