Text: Tanja Steiger, Fotografie: USB
RESPEKT wird am USB grossgeschrieben
Was das Programm zum Schutz der persönlichen Integrität angestossen hat – und wie es weitergeht.
Seit dem Start von RESPEKT wird im USB über ein Thema gesprochen, das lange oft unausgesprochen blieb: Grenzverletzungen im Arbeitsalltag – von physischer und psychischer Gewalt über Sexismus und Rassismus bis hin zu Mobbing. Die Resonanz auf das Aktionsprogramm ist aussergewöhnlich hoch. Mitarbeitende, Führungskräfte sowie Patientinnen und Patienten haben es positiv aufgenommen. RESPEKT sensibilisiert, macht Anlaufstellen sichtbar und bietet mit einem Meldesystem und Schulungen konkrete Unterstützung. Vor allem aber hat das Programm eines angestossen: Gespräche.
Die Diskussion geht weiter
Die erste Phase von RESPEKT hat gezeigt: Das Bedürfnis, über persönliche Integrität zu sprechen, ist gross. Ende des Jahres startet die nächste Etappe. Der Fokus liegt darauf, RESPEKT noch stärker im Arbeitsalltag zu verankern – mit weiteren Schulungen, Austauschformaten und Learnings aus den Teams.
«Die grosse Resonanz hat gezeigt, dass das Thema viele Menschen bewegt. Jetzt geht es darum, RESPEKT im Arbeitsalltag weiterzutragen und Mitarbeitenden die Sicherheit zu geben, dass Grenzverletzungen ernst genommen werden.»
«Respekt zeigt sich oft in kleinen Dingen: einander zuhören, andere ausreden lassen und auch in hektischen Situationen wertschätzend bleiben. Gerade in einem Spital mit unterschiedlichen Berufsgruppen und Hierarchien müssen wir diese Haltung jeden Tag bewusst leben.»
«Viele erleben Grenzverletzungen und fragen sich zuerst, ob sie selbst etwas falsch gemacht haben. Deshalb finde ich es wichtig, dass darüber gesprochen wird. Ich wünsche mir eine Kultur, in der wir füreinander einstehen und jede und jeder weiss, wo Unterstützung zu finden ist.»
«Für mich bedeutet Respekt, andere so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Gleichzeitig ist es wichtig, Grenzen klar aufzuzeigen – auch gegenüber Patientinnen und Patienten. Besonders wichtig ist es mir, dass junge Mitarbeitende schwierige Situationen ansprechen können und wissen: Sie sind damit nicht allein.»