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Text: Alina Hoppe, Fotografie: Nicolas Sieber

Zwischen radiologischem Befund und Bauplan

Wie wird die Radiologie im Neubau aussehen? Damit beschäftigt sich Prof. Daniel T. Boll, stellvertretender Chefarzt der Radiologie und Nuklearmedizin. Als Nutzervertreter gestaltet er gemeinsam mit seinem Team die neue Arbeitsumgebung der Radiologie im Klinikum 2.

Wie ist es für Sie, mitzuentscheiden, wie die neue Radiologie gebaut wird?

Ich empfinde es als Wertschätzung gegenüber uns Mitarbeitenden. Jedes Arbeitsumfeld ist anders und hat ganz spezifische Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass auch die Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag verschiedenster Berufsgruppen in die Planung einfliessen.

Sie machen das ja nicht zum ersten Mal?

Das stimmt. Bereits während meiner Zeit in den USA habe ich ein Labor geleitet, das neu aufgebaut wurde. Auch dort arbeiteten wir mit Bauplänen – vielleicht nicht in derselben Komplexität wie hier, aber die Grundidee war ähnlich: Mit dem Wissen und den Erfahrungen von heute zu überlegen, wie wir morgen arbeiten wollen.

Gibt es etwas, das Sie durch die Planung des Klinikums 2 über sich selbst gelernt haben?

Dass die eigene Perspektive nur eine von vielen ist. So werde ich immer wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, andere Sichtweisen zu berücksichtigen – gerade dann, wenn man selbst glaubt, die «beste» Lösung zu haben.

Was unterschätzen die meisten an Ihrem Fach?

Viele verbinden Radiologie mit dunklen Räumen und Menschen, die allein vor Bildschirmen sitzen. Unser Fach lebt davon, dass wir mit anderen Fachrichtungen zusammenarbeiten, uns austauschen und mit unseren Befunden bei der Diagnose und Therapie unterstützen. Wir sind oft ein verbindendes Element.

Was wird sich mit dem Neubau in der Radiologie verändern?

Unsere aktuelle Infrastruktur ist über viele Jahre gewachsen und wurde immer wieder angepasst. Stellt man das Wohl der Patientinnen und Patienten noch stärker in den Mittelpunkt, spielen scheinbar kleine Dinge eine wichtige Rolle: Wie freundlich ist ein Empfangsbereich? Wie einfach finden Patientinnen und Patienten den Weg? Wie kommen sie schnellstmöglich zu Antworten auf ihre Fragen?

Voraussichtlich in fünf Jahren ziehen Sie mit Ihrem Team in das neue Klinikum 2. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf den Moment, wenn der Umzug abgeschlossen ist und wir mit voller Kraft im neuen Gebäude arbeiten können. Der Weg dorthin ist aber auch spannend: Wir lernen ständig dazu und sehen, dass sich Pläne weiterentwickeln können. Was heute auf dem Bauplan gut aussieht, muss morgen im Alltag funktionieren. Genau dieses Zusammenspiel fasziniert mich.


Erhalten Sie im Video einen Blick hinter die Kulissen: